Der Lagerschwindel des
Patienten Wilhelm B.
„In der Nacht, damit er schlafe,
liegt der Dichter und zählt Schafe.
Träume nicht recht kommen wollen,
hin und her muss er sich rollen.

Plötzlich dreht sich rasend schnell,
mit ihm das Bett im Karussell.
Erst kopfüber, dann kopfunter,
reißt ein Strudel ihn hinunter.

Doch geht im Nu die Schwindelei,
wie sie kommt auch vorbei.
Der Dichter denkt: Nie wieder drehn!
Und schläft fortan nur noch im Stehn.

Um zu ergründen seine Plage,
wirft ihn der Arzt in Seitenlage
und kann dort seine Augen sehn,
die schwindelnd sich im Kreise drehn.

Der Doktor schaut sich´s an und spricht:
„Das Übel liegt im Gleichgewicht!
Du musst, um endlich Ruh´ zu finden,
den Schwindel übend überwinden."

Nach einer Woche ist´s geschafft,
der Schwindel fort - aus eigener Kraft,
der Dichter liegt nun tief im Schlafe,
und schnarchet friedlich ohne Schafe."

(Frei nach Wilhelm Busch)