Bruch der knöchernen Nase
Umgangssprachlich auch als „Nasenbeinfraktur“ bezeichnet. Sie ist eine der häufigsten Kopfverletzungen, die meist durch stumpfe Gewalt verursacht wird (Fußballspielen, Schlägerei).

Es kann zu Nasenbluten (Epistaxis) und einer Nasenatmungsbehinderung kommen. Häufig erkennt man erst nach Rückgang der Schwellung oder des Blutergusses (Hämatom) den Schiefstand der Nase.

Je nach Schwere des Auslösers können zusätzlich Verletzungen der Haut durch Knochenstücke (offene Fraktur), der Nasenscheidewand (Septumfraktur), des Gesichtsschädels und der Frontobasis auftreten.

Wichtig ist die umgehende HNO-ärztliche Untersuchung nach dem Unfall, um gegebenenfalls Komplikationen frühzeitig zu erkennen und eine geeignete Therapie in die Wege zu leiten (Begradigung des Nasengerüsts, Versorgung von Wunden etc.).


Nasengerüstfraktur. Gewalteinwirkung von links.
Bluterguss mit Formveränderung der Nase.
Entzündungen der Nase und Nebenhöhlen
Man unterscheidet akute Entzündungen von chronischen. Entzündungen der Nasenhaupthöhle nennt man „Rhinitis", die der Nasennebenhöhlen entsprechend „Sinusitis". Die Schleimhaut der Haupthöhle bildet mit der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen eine funktionelle Einheit. Deshalb betreffen Entzündungen meist sowohl die Nase als auch die angrenzenden Nasennebenhöhlen. Man spricht dann von akuter oder chronischer Rhinosinusitis.

Häufige Beschwerden einer Nasen/Nasennebenhöhlenentzündung sind: Kitzeln, Niesreiz, Nasenatmungsbehinderung, „Nasenlaufen", Kopfschmerzen und Geruchsverlust.

Akute Entzündungen werden symptomatisch, manchmal auch antibiotisch behandelt; chronische Formen meist medikamentös und operativ, damit die Entzündung ausheilen kann.

Die akute Rhinitis („Schnupfen") ist häufig eine Viruserkrankung, die durch Tröpfchen übertragen und/oder durch eine Auskühlung der Nasenschleimhaut ausgelöst wird. Sie entwickelt sich innerhalb weniger Stunden bis Tagen. Nach 8 bis 10 Tagen sollte die Entzündung abgeklungen sein.

Die Therapie ist symptomatisch und beschränkt sich auf abschwellende Nasentropfen/Sprays über ca. 1 Woche (Vorsicht Suchtgefahr!), Inhalationen mit Kochsalzlösungen oder Kamille, Nasenspühlungen mit entsprechender Sole (kein Speisekochsalz verwenden!).

Prophylaktisch können Sport, Sauna und Vitamin-Kuren zu einer Stärkung des Immunsystems führen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einer jährlich zu wiederholenden Grippeschutzimpfung.

Blick in die Nasenhaupthöhle, die durch eine eitrige Entzündung # total verlegt ist

Von einer chronischen Rhinitis spricht man, wenn die Erkrankung über 3 Monate hinaus andauert. Häufig wird sie durch eine (eitrige) Nebenhöhlenentzündung verursacht. Bei Kindern findet man häufig eine vergrößerte Rachenmandel, sogenannte Adenoide Vegetationen (im Volksmund „Polypen").


Bild einer eitrigen Rhinosinusitis *. Die Eiterstraße * zieht sich entlang der seitlichen Nasenwand 1 (Lage der Nebenhöhlen). Nasenscheidewand 2

Die akute Sinusitis ist eine fortgeleitete Entzündung der Nasenhaupthöhle. Manchmal finden sich aber auch Zähne als Ursache (fortgeschrittene Karies, vereiterte Zähne, Wurzelspitzenbehandlungen, Offene Verbindungen zwischen Oberkiefer und Kieferhöhle nach Zahnextraktion, sog. Fisteln).

Jede länger als 3 Monate anhaltende Sinusitis wird als chronische Sinusitis bezeichnet. Die Ursache ist eine Belüftungsstörung der Nebenhöhlen. Sie kann sich aus einer nicht ausgeheilten akuten Rhinosinusitis entwickeln. Ein gehäuftes Auftreten einer chronischen Sinusitis findet man bei der allergischen Rhinitis („Heuschnupfen").


Blick auf eine massiv geschwollene untere Nasenmuschel * bei einem Pollenallergiker. Die Haupthöhle ist verlegt.
Starke Nasensekretion. Scheidewand #

Nicht selten findet man als Zeichen einer anhaltenden Entzündung Nasenpolypen (glasige gutartige gestielte Schleimhautausackungen; nicht mit „Polypen" bei Kindern verwechseln).


Rechte Nasenhaupthöhle. Scheidewand 1, mittlere Nasenmuschel 2, Nasenpolypen *


Darstellung eines großen Nasenpolypens #, der aus dem Nebenhöhleneingang 2 heraus wächst. Scheidewand 1 links



Nasennebenhöhlenpolyp nach operativer Entfernung

Um sich ein genaues Bild über das Ausmaß der chronischen Nebenhöhlenentzündung machen zu können, wird eine Computertomographie, kurz CT, der Nasennebenhöhlen durchgeführt.


NNH-CT einer chronischen Sinusitis. Polypen sind mit * gekennzeichnet. Paarige Augenhöhlen 1 mit darunterliegenden chronisch entzündeten Kieferhöhlen. Gehirn 2